saengerkranz1876.de - Gesangverein Sängerkranz 1876 Watzenborn-Steinberg e. V. - Montag, 17. Dezember 2018
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Aufregende Konzertreise

Sie gaben auch ein vorweihnachtliches Konzert in der Kirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Sachsen-Anhalt. Dabei trugen sie Gospels, wie »Innocent Lamb« und »Let me fly«, sowie weihnachtliche Chorklassiker vor. Zudem sangen die Chöre um Leiter Peter Schmitt im Rahmen des Gottesdienstes am Sonntagmorgen lateinische Kirchenstücke vom »Kyrie« über das »Sanctus« bis hin zum »Ave Maria«.

Besuch im Dom

Schon am Samstagabend hatten die Pohlheimer auf der Rathausbühne beim Weihnachtsmarkt einen Auftritt, erfreuten hier mit ihren Weisen die Besucher. Einige der Sängerkranz-Chorreisenden nutzten zudem die Gelegenheit zu einem Stadtrundgang und Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Naumburger Dom. Vorsitzender Werner Funk bedankte sich am Ende bei den Organisatoren.

Roger Schmidt


Man(n) singt deutsch 11

Fröhlicher Chorgesang: der Vocale Sängerkranz mit Peter Schmitt (vorn). (Foto: rge)

Als zum Finale des Konzertes "Man(n) singt deutsch" die 100 beteiligten Sänger im Hans-Weiß-Saal der Volkshalle rings um die 400 Konzertbesucher standen und den Chorklassiker "Am kühlenden Morgen" intonierten, war das der perfekte Schlusspunkt von zwei Stunden voller schöner Chormusik.

Auch in der elften Auflage der Konzertreihe war es den Verantwortlichen des Sängerkranzes 1876 Watzenborn-Steinberg am frühen Sonntagabend wieder gelungen, mit dem Chor "LahnVokal" aus dem Wittgensteiner Land mit dem beim Deutschen Chorfestival ausgezeichneten Dirigenten Michael Blume erstklassige Vertreter des deutschen Männerchorgesangs in die "Singende Stadt" Pohlheim zu holen.

Das regional bekannte Männerquintett "Handvoll" aus Oppenrod mit den Sängern Michael Blöcher, Wilfried Jung, Martin Kauer, Lutz Ott und Leiter Matthias Schulze sorgte davor für gern gehörte A-cappella-Töne mit Augenzwinkern. Die beiden Sängerkranz-Chöre mit dem Männerchor und Vocale unter Leitung von Peter Schmitt waren zudem bestens aufgelegt mit einem abwechslungsreichen Repertoire.

Klassisches und Heiteres

"Endlich ist es so weit. Darauf haben sie ein Jahr gewartet", stimmte Sängerkranz-Chorleiter Peter Schmitt gut gelaunt die Gäste auf das bunte Programm ein. Das Konzert hatte er mit der Liedauswahl unter anderem seinem in diesem Jahr verstorbenen Vater gewidmet. Franz Schuberts Vertonung des Psalms 23, "Gott meine Zuversicht", bildete so auch den andächtig-sakralen Beginn des Sängerkranz-Männerchores, der von der Pianistin Marion Riemer am Flügel begleitet wurde. Nicht weniger anspruchsvoll folgten Franz Abts "Die Nacht" und Mathieu Neumanns "Abendfrieden am Rhein".

Der israelische Eurovisions-Siegertitel von 1979 mit den Solisten Erik Burger und Dieter Grünfelder bildete den Übergang zur leichten Muse, dem der flotte Hit von Udo Jürgens "Mit 66 Jahren" folgte.

"Sex wird überschätzt, Lauch auch" war danach die musikalisch humorvoll verpackte Feststellung der fünf Stimmen des Handvoll-Quintetts im Titel "Lauch". Sie sangen "Der kleine Teddybär", zählten Kinder im Titel "Haus am See" und flogen mit Reinhard Meys Schlager "Über den Wolken". Dass sie auch nachdenklich besinnliche Töne anstimmen können, bewiesen sie beim "Abendlied" von Hoffmann von Fallersleben, Goiserns "Weit, weit weg" und auf Platt im Barbershop-Stil beim "Moon überm Woald" als Zugabe.

Die Sänger von Vocale Sängerkranz boten nach der Pause Robert Schumanns vertontes Schweizer Freiheitsethos im Eichendorff-Gedicht "Der Eidgenossen Nachtwache" zum Einstieg im Programm. Und auch der 2017 verstorbene Chorleiter Hubertus Weimer wurde mit dem von ihm in Noten gesetzten Gedicht "Die Made" (Heinz Erhardt) und dem Comedian-Harmonists-Klassiker "Veronika" gewürdigt. Gefreut haben dürfte sich der Langgönser Chorleiter Werner Jung, denn seine Komposition "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" war die romantische Note von Vocale, bevor mit Rammsteins "Engel" moderne Chorliteratur der Extraklasse aus der Feder von Oliver Gies und Jan Bürger ertönte und zum Mitklatschen animierte.

Andächtig still wurde es danach wieder, denn was "LahnVokal" präsentierte, ließ aufhorchen. Chorgesang klassischer Prägung auf hohem Niveau, so mit Franz Schuberts "Der Entfernten" und "Grab und Mond", Friedrich Silchers "Untreue" oder Paul Hindemiths "Nun da der Tag" etwa wurden von den 30 Sängern wunderschön intoniert. Die Handschrift vom renommierten Chorperfektionisten und "LahnVokal"-Leiter Michael Blume war bei jedem Ton zu erleben. Dass dann noch beim "Parkplatzregen" von Oliver Gies die leichtere Muse zu ihrem Recht kam und am Ende "Der Vogel" (Wolfgang Kurz) nicht nur in Tönen, sondern auch im Chorbild auf der Bühne sichtbar zu flattern begann, war ein perfekter Schlusspunkt.

Roger Schmitt